SCHWARZKÜMMELÖL

22-08-2017

Gut schmecken und gut heilen – diese Kombination findet man beim Schwarzkümmel in einer ganz ausgeprägten Form. Das hat auch schon Mohammed s.a.w. erkannt, der sagte: „Schwarzkümmel heilt jede Krankheit – außer den Tod“.

Wenn man den alten Überlieferungen Glauben schenken kann, streuten sich schon die alten Ägypter vor 4000 Jahren Schwarzkümmelsamen auf ihre Fladenbrote. Auch in der Bibel wird Schwarzkümmel unter dem Namen Ketzah als vielseitig verwendbares Gewürz für Brot und Kuchen erwähnt. Der antiken Naturheilkunde ist er ebenfalls bestens bekannt: So bezeichnet ihn Hippokrates als melanthion (Schwarzblatt) oder melanospermon (Schwarzsame).

Und tatsächlich ist der Nigella sativa, so der botanische Namen für den ägyptischen Schwarzkümmel, ein einjähriges Kraut, das im Juni/Juli blüht und zu den Hahnenfußgewächsen zählt, ein Naturprodukt mit ganz vielen Möglichkeiten zur Heilanwendung. Die 30 bis 60 cm hohe Pflanze stirbt nach der Fruchtbildung ab und überdauert nur mit ihren Samen. Ihre Blätter sind im Umriss an der Basis breit, oben schmal, unregelmäßig gefiedert mit länglichen Abschnitten, die vorne spitz zulaufen. Beim verwandten Gartenschwarzkümmel, Nigella damascena, sind die Blätter länglicher und mit fein zerschlitzten, haarförmigen langen Zipfeln versehen, die die blauen Blüten einhüllen.

Schwarzkümmel wird heute in der Türkei, Syrien, Indien und Ägypten feldmäßig angebaut. Das Kraut bevorzugt warme, niederschlagsarme Gebiete, der Boden muss locker und sandig sein. Ausgesät werden die zur Ölgewinnung bestimmten Pflanzen im September. Die Ernte beginnt, sobald die Pflanzen von unten her absterben. Die Samen sind in mohnähnlichen Kapseln eingeschlossen, verbreiten einen - an Anis erinnernden - recht angenehmen Duft und schimmern mattschwarz.

Geschnitten wird vor Sonnenaufgang, um das Feuchtwerden durch Morgennebel oder Tau zu verhindern. Die abgemähten Pflanzen werden zum Trocknen in großen Bündeln auf saubere Tücher gelegt. Anschließend wird der Samen ausgedroschen, in Säcke gefüllt und zur Ölmühle transportiert. Neben Nigella sativa gibt es noch eine Reihe weiterer Schwarzkümmelarten, die jedoch keine Bedeutung als Heilpflanzen haben und sogar giftig sein können. Vor allem ist der ägyptische Schwarzkümmel nicht mit dem indischen Kreuzkümmel (Cuminus) oder mit dem bei uns bekannten Kümmel (Carum carvi) zu verwechseln. Aus den Samen gewinnt man durch Kaltpressung (andere Verfahren arbeiten unter Zuhilfenahme von Lösungsmitteln, was aber wegen der Rückstandsproblematik nicht unbedenklich ist) ein fettes Öl. Im Handel ist der Schwarzkümmel dann in Form von Samen, Öl und Ölkapseln erhältlich.

Schwarzkümmelöl enthält zu über 80 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die aufgrund ihrer Doppelbindungen mit anderen Stoffen neue Verbindungen eingehen können und so für zahlreiche Lebensfunktionen eine bedeutende Rolle spielen. Sie sind essentiell, d.h. sie müssen dem Körper von außen zugeführt werden und sind insbesondere für Zellmembranen und Zellatmung wichtig. Sie sind beteiligt an der Bildung der so genannten Prostaglandine, hormonähnlichen Substanzen, die auf den Ablauf vieler Körperfunktionen, wie Gehirnleistung, Nervenleitung, Freisetzung von Transmittern und Botenstoffen, Senkung des Blutdrucks, Aktivierung des Immunsystems, Hemmung allergischer Prozesse und Entzündungen, Erweiterung der Bronchien, weibliche Sexualhormone und Hormonsekretion allgemein regulierend einwirken. Schwarzkümmel enthält 0,5-1% ätherisches Öl, was neben der antioxidativen Wirkung, antibakteriellen und antimykotischen Eigenschaften den würzigen Geruch und Geschmack ausmacht. Dazu den Bitterstoff Nigellin, von dem man noch nicht sicher weiß, ob es sich um ein Alkaloid (stärkste bekannte Pflanzengifte) handelt und das Saponin Melanthin, einer Stoffgruppe, der allgemein sekretlösende, reinigende und austreibende Wirkungen zugesprochen werden. In den USA wurde Schwarzkümmel bereits empirisch erforscht. So im Institut Hilton Head Island in South Carolina, wo den Wissenschaftlern der Nachweis gelang, dass das Öl unter anderem immunregulatorisch und entkrampfend wirkt. Außerdem soll das Öl die Bildung von Knochenmarkszellen anregen, allgemein Körperzellen vor Viren schützen und sogar Tumorzellen zerstören können.

Wichtig: Schwarzkümmel kann seine volle Wirkung nur dann entfalten, wenn er über einen längeren Zeitraum eingenommen bzw. verwendet wird. Mediziner sprechen von mindestens drei bis sechs Monaten.

 

Erfahrene Naturheilkundler in unserem Sprachraum schreiben den Inhaltsstoffen des Schwarzkümmels ein überaus breites Wirkungsfeld zu:

Beta-Karotin (Provitamin A) wichtig für Haut, Haare, Sehvermögen, Schleimhäute, Zellschutz, Abwehrkräfte.

Biotin gut für Haare, Haut, Nägel, Stoffwechsel von Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten.

Folsäure wichtig für: Zellstoffwechsel, Haut, Schleimhäute, Wachstum, Blutbildung, Knochen, Haarwachstum. Der Mangel an Folsäure führt zu Blutarmut. Auch hieran ist ein immunologischer Vorgang entscheidend beteiligt.

Magnesium gut für Nerven-, Herz- und Muskelfunktion, Enzymaktivität. Magnesium ist überdies ein wichtiges Element, das bei allen schnell ablaufenden energetischen Prozessen der Zelle benötigt wird. Magnesium aktiviert ungefähr 300 Enzyme im Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel und die körpereigenen Abwehr.

Selen wichtig für Zellschutz, Schwermetallentgiftung, Haut, Haare. Vitamin B1 wichtig für Nerven, Gedächtnis, Kohlenhydratstoffwechsel, Herz, seelisches Gleichgewicht.

Vitamin B2 wichtig für Haut, Schleimhäute, Energieproduktion aus Nährstoffen wie Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten, Blutbildung, Wachstum, Leistungsfähigkeit.

Vitamin B6 wichtig für Nerven, Haut, Abwehrkräfte, Eiweißstoffwechsel, Schleimhäute. Ebenfalls für Frauen die die Pille nehmen.

Vitamin C wirkt positiv auf die Abwehrkräfte und den Zellschutz aus, Eisenverwertung, Bindegewebe, Zähne, Knochen. Vitamin C hat seine Hauptwirkung in der Radikalefängereigenschaft zum Schutze zelluläre Funktionen. Die Zeichen von Vitamin-C-Mangel deuten auf eine starke Herabsetzung der Immunabwehr hin.

Vitamin E ebenfalls wichtig für Zellschutz, Haut, Herzmuskelgefäße, Schleimhäute, Schutzfaktor für ungesättigte Fettsäuren, Leberschutz. Ein Mangel an Vitamin E führt zur vermehrten Verklebung der Blutplättchen und zu einer Veränderung der Fließeigenschaften des Blutes.

Zink wichtig für: Haut, Haare, Keimdrüsenfunktion.

Das native, kaltgepreßte Öl dieser Samen weist unter anderem einen hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie vor allem der Linolsäure auf, aus der im Körper durch ein Enzym die Gamma- Linolen- und die Arachidonsäure entstehen. Über die Zufuhr dieser ungesättigten Fettsäuren (sie sind essentiell, d.h. lebensnotwendig und müssen unserem Körper mit der Nahrung zugeführt werden) erfolgt in unserem Organismus die Synthese hormonähnlich wirkender, immunregulatorischer Stoffe, der sogenannten Prostaglandine. Aus der Gamma-Linolensäure, welche die Zellmembranen stabilisiert, entsteht das Prostaglandin E1, das wiederum stark entzündungshemmend wirkt und allergische Reaktionen hemmt. Es stabilisiert außerdem die übersteigerte T-Zellfunktion des Allergikers und unterdrückt die gesteigerte Immunreaktion der B-Zellen. Aus der Arachidonsäure entsteht das Prostaglandin E2, welches zusätzlich stark bronchienerweiternd wirkt, was beim allergischen Asthma von Nutzen ist.

Weiterhin enthält das Öl viele lebensnotwendige Aminosäuren, wie: Arginin, Asparagin, Cystin, Glutamin, Glycin, Leuzin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Serin, Threonin, Tryptophan, Tyrosin und Valin. Auch ein geringer Anteil an ätherischem Öl (0,5 / 1%) ist enthalten. Im ätherischen Öl des Schwarzkümmel ist unter anderem der Wirkstoff Thymochinonenthalten, der bei extremer Überdosierung toxisch wirken kann, jedoch bei der Behandlung von allergischem Asthma ein unverzichtbarer Wirkstoff ist.

Vor dem Hintergrund dieser zahlreichen Inhaltsstoffe und ihren Wirkungen gesehen wird verständlich, dass Schwarzkümmel heute mehr und mehr Anwendung in der Naturheilkunde findet. Auch wenn das Hahnenfußgewächs weder als Medikament gilt noch zu den homöopathischen Arzneimittel zählt und ebenfalls nicht als Naturheilmittel im engeren Sinn bezeichnet werden kann: Als Nahrungsergänzung sind seine positiven Auswirkungen auf unsere Gesundheit eindeutig nachgewiesen.

So sind auch die folgenden Aussagen von Wissenschaftlern zu verstehen, die sich positiv zur Wirkung von Schwarzkümmel äußern:

„Schwarzkümmel heilt erwiesenermaßen allergische Krankheiten bei rund 70 Prozent aller Patienten, darunter Pollen- und Stauballergiker ebenso wie Akne- und Neurodermitis- patienten, Asthmatiker und abwehrgeschwächte Patienten. Gegen Erkältungskrankheiten hat sich die regelmäßige Einnahme von Schwarzkümmelöl deshalb auch bestens bewährt“ (Dr. Peter Schleicher, Immunologe, München).

„Schwarzkümmel enthält ätherische Öle, die die Verdauung fördern und Magen- und Darmprobleme lindern können“ (Prof. Dr. Hildebert Wagner, Institut für Pharmazeutische Biologie, München).

„Bei der Tumorpräventation kann Schwarzkümmelöl eine wichtige Rolle spielen. Über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen, stärkt das Öl das körpereigene Immunsystem....“ (Dr. Stanley Kopok, University of Arizona).

 

Einnahme-Empfehlung:

Schwarzkümmelöl wird als Nahrungsergänzung empfohlen. Es ist ausgezeichnet verträglich und daher auch für Kinder sehr gut geeignet. Es kann sogar zum Kochen verwendet werden.

Schwarzkümmelöl sollte über einen Zeitraum von etwa 3 - 6 Monaten bei einer Dosierung von 4 x täglich 10 Tropfen oder 2 x täglich 20 Tropfen reinem Schwarzkümmelöl eingenommen werden.

Zu Beginn der Einnahme kann gelegentlich leichtes Aufstoßen auftreten, das aber nach längerer Einnahmedauer verschwindet. Eine Besserung des Wohlbefindens tritt oft bereits nach wenigen Tagen ein.

Auch zur äußerlichen Anwendung ist Schwarzkümmelöl geeignet. Bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis aber auch bei Akne kann das reine Schwarzkümmelöl auf die Haut aufgetragen, zur leichteren Anwendung aber auch in Salben oder Cremes verarbeitet werden.

Doch nicht nur für das menschliche Wohlergehen – auch im Tierreich hat Schwarzkümmel seine Freunde im Gesundheitswesen gefunden. So werden nicht nur in Ägypten, wo die Schwarzkümmelanwendung bei Tieren bereits eine lange Tradition hat, sondern auch in Europa viele Tierkrankheiten mit Schwarzkümmel behandelt. Dabei wird Schwarzkümmelsamen dem Tierfutter beigemischt, das Öl wird äußerlich und innerlich angewendet, um so das Immunsystem zu stärken.

Darüber hinaus ist Schwarzkümmel eine Köstlichkeit für Feinschmecker. Fleischgerichte werden aufgewertet, indem man das Fleisch in Öl – (am besten Olivenöl) - anbrät und zusätzlich etwas Schwarzkümmelöl in die Pfanne gibt. Dem Salatdressing Schwarzkümmel beigemischt, ergibt es einen aromatischeren Geschmack und ist obendrein auch noch gesünder. In Salz und Essig eingelegtes Gemüse wird durch ein paar handvoll beigemischte Schwarzkümmel länger haltbar (antibakterielle Wirkung des Schwarzkümmels). Außerdem ist er als Brotgewürz geeignet, sei es in den Teig gemischt oder vor dem Backen oben draufgestreut.


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