MUSS DER KALIF UNBEDINGT AUS KURAYSH SEIN?

02-08-2017

Frage: Der Islam übermitteln uns, dass alle Menschen von der Menschlichkeit her absolut gleich sind, sei es das es ein Araber ist oder ein nicht Araber, niemand steht über den anderen. Wenn es einen Unterschied gibt, dann lautet dieser Unterschied im Prinzip so, dass bei Allah der höhste derjenige ist der sich vor das Schlechte fern hält. Wenn dies so ist, was für eine Bedeutung möchte uns der Hadith dass „die Khulafā aus Kuraysh sind“ übermitteln? Wenn die Bedeutung was vom Anschein her dieser Hadith uns übermittelt richtig sein sollte, wieso sollte dann die Haltung von Hitler falsch sein, seinen Volk über alle anderen Völker höher anzusehen und seinen Volk als „die Führer“ über anderen Völker zu betrachten? Wenn der Stamm der Kurayshis das Recht hat über allen anderen arabischen Stämme die Führer zu sein, wieso sollte dann eine falsche Gesellschaft (wie zb. Die von Hitler) sich nicht das Recht nehmen über andere falschen Gesellschaften die Führer zu sein?

Antwort: Viele Menschen sagen etwas in einer besonderen Situation, in einer Besonderen Sitzung unter besonderen Bedingungen, und dies – was sie sagen – ist zutreffend zu der besonderen Situation unter den besonderen Bedingungen und sie ist geltend, jedoch, wenn dies aber bei den besonderen Sitzung und besonderen Bedingungen abstrahiert wird, dann nimmt dies eine völlig andere Bedeutung mit sich; jene die dies sagen, geben dem was sie bezwecken wollen eine falsche Bedeutung.

Bezüglich diesen und ähnlichen Ahadithen welche der Prophet (sallallahu 'alayhi wa sallam) überlieferte machte man genau das selbe, zudem sind viele Leute im islamischen Fiqh genau diesen Irrtum zum Opfer gefallen, in dem sie zu den Bedingungen, eine Bedingung hinzufügten, dass die Khilafā lediglich aus Kuraysh kommen soll.

Wo doch unser Prophet einerseits die Menschen auf die Grundprinzipien des Islams eingeladen und für seine Bewegung weder ein Zweifel noch ein Bedenken überlassen hat, so hat er andererseits als Weitsichtiger Führer die wirkliche Situation vor den Augen der Gesellschaft und der Umwelt gebracht. In seiner eigenen Gegend hielt er sich fern vor dem Fitnā was aus der Umwelt entstehen kann, selbst wenn die Gesellschaftlichen und im Grunde genommen üblichen Bedingungen aus ihnen heraustrat, nahm er diese niemals vor seinen Augen. Dieser mächtiger Prophet kam zu solch einer Entscheidung (gemeint ist der hadith), weil ihm zu dieser Zeit die Situation der arabischen Stämme bekannt gewesen ist und ohne Zweifel war dies die richtige Entscheidung. Diese Entscheidung beinhaltet die folgende Tatsache: Wo doch der Stamm Kuraysh viele Qualifizierte Männer nachweisen und Jahrhunderte hinweg eine starke Wirkung über die anderen Stämme zeigen konnten, so hätten die Stämme ausserhalb des Kurayhs, wenn man ihnen die Regierungsführung überlassen hätte, keinerlei Erfolg darin gehabt. 
Die Freiheit was der Prophet den Muslimen in ihrer Seele einhauchte, und aus der Gleichberechtigung die Tatsache hervor brachte, dass es nicht unmöglich ist selbst den befreiten Sklaven oder den simplen Führer eines Stammes, zum Khalifen zu ernennen. Es ist nur so, dass zu der damaligen Zeit, es falsch gewesen wäre hinsichtlich der Tatsachen was für Irre Bedingungen und eine falsche Gesellschaften herrschte, diesen Anspruch (die Khulafā sollen von Kuraysh kommen) nicht in Erwägung zu ziehen. Aus diesem Grund lies der Prophet (sallallahu 'alayhi wa sallam) den Menschen wissen, dass an seiner Stelle jemand aus dem Kuraysh eintreten soll.

Dieses ermässen des Propheten war so zutreffend gewesen, dass die Geschichte nach seinem Ableben den Jahrhunderten hindurch dessen Richtigkeit bestätigt hat. Das erkennt man allein darin, da vier der grössten Khulafā, die gleicher Zeit zu den stärksten ihres Stammes gehörten, aufgetreten sind. Tatsächlich gab es zu dieser Zeit keinen unter den Arabern die so Gewichtig waren wie die vier Khulafā. Später waren es die Kurayshis welche die grandiose Verwaltung der Umayyaden gründete. Die Kurayshis war es, welche die Abbasitische Verwaltung erschuf. Die Kurayshis waren der Grund, das in Spanien die Starke und Herrschende Regierung gegründet wurde. Sogar die Grundlegende Gründung der fatimitischen Regierung in Ägypten, entstand wegen den Kurayshis. Wo doch ein Stamm vorhanden ist der grandiose Fähigkeiten und Wirkungen besass, wäre die Schlussfolgerung der Khulafā die Erfolglosigkeit gewesen, wenn man die 'Amall as-Siyasāh zu Seite wirft und man die Nazar as-Siyasāh befolgt. 

Demnach, egal was der Prophet (sallallahu 'alayhi wa sallam, diesbezüglich) sagte, so ist die Verbindung dessen, nicht aus der rechtlichen Hinweis zu betrachten! Es wurde nicht gesagt, dass keiner ausserhalb der Kuraysh, das Recht auf die Khilafā hat, sondern diese (Ahadithen) wurden im Hinblick auf die „Umsetzung“ getätigt. Im Zusammenhang davon, wurde auch die folgende Nachricht übermittelt: So lange die Kuraysh ihre Moral und ihre Fortbewegung nicht vernachlässigen bzw. nicht der Nichtigkeit weihen und die Flagge der Religion in der islamischen Arbeit aufrecht erhalten, und unter ihnen auch nur zwei Fähige und Perfekte Männer vorhanden sein sollten, so wird die Khilafā (einen von) ihnen gegeben. Diese hervorgebrachte Ansicht, bringt alle offenkundigen Resultate dieser Ahadithen hervor. 

Im Musnād von Imam Ahmād wird von Amr ibn As die folgende Überlieferung berichtet: „Die Kuraysh sind die Führer der Menschen“. Eine weitere Überlieferung von Hz. Ali (radiallahu 'anh) was al-Bayhaki berichtet, gibt Licht zu diesen eben gebrachten Hadith worin es heisst: „Diese Sache (ya'ni: die Führung) war zu erst bei den Leute des Himyār (ein Stamm aus Jemen). Allah nahm es von ihnen, und übergab es die Kuraysh.“ In einen anderen Hadith wird dieses Thema schon mehr Offenkundig: „Sei es im guten und sei es im schlechten, in beiden Wegen laufen die Araber den Kuraysh nach.“ Dieser Hadith ist bei Sahih Muslim zu finden, überliefert von Jabir (radiallahu 'anh). In einen anderen Hadith heisst es: „Die guten Menschen laufen den guten von den Kurayshis nach, und die schlechten Menschen, laufen den schlechten von den Kurayshis nach.“ Dies findet man in Musnād Ahmad ibn Hanbāl, überliefert von Hz. Abū Bakr (radiallahu 'anh). In einen anderen Hadith heisst es: „Die Menschen haben in der Führung den Kurayshis geglaubt und sie haben sich ihnen zugeschrieben. Diejenigen von den Menschen die Muslime sind, haben sich den Muslimen aus dem Kuraysh zugeschrieben und diejenigen von den Menschen die Kuffār sind, haben sich den Kuffār von dem Kuraysh zugeschrieben.“ Dies lesen wir in Sahih Muslim, überliefert von Abū Hurayrah (radiallahu 'anh). 

Das selbe sagte auch Hz. Abū Bakr in Sakifā banū Sa'ida: „Die Araber haben keinen anderen Führer gekannt ausser die von Kuraysh!“ All diese Überlieferungen sind Tatsachen die geschehen sind. All die Situationen die zu der damaligen Zeit unter den Arabern, welches erlebt wurden den Jahrhunderten hindurch, treten genau vor diese Ahadithen auf. In diese Ahadithen findest du nicht einen Wort, wo der Prophet (sallallahu 'alayhi wa sallam) angeordnet hat, dass die Khilafā absolut, nur bei den Kuraysh bleiben soll. Ganz im Gegenteil: Der Prophet hat die Führung der Kurayshis einer Tatsache gewidmet und diese Tatsache gab es auch vor den Propheten. Es ist so, dass die Kuraysh begabt in alles waren und alle anderen Stämme folgten ihnen. So wie man in der vorislamischen Zeit, die Kuraysh zum Führer nahm so nahm man sie auch nach dem Auftreten des Islams zu Führern. Der Prophet hat aus diesem Grund die Aussage getätigt: „Haltet die Kuraysh immer vor euch, und tretet nicht vor ihnen auf.“ (Bukhāri, Tabarāni). Der Prophet hat die Kuraysh für jene erklärt, die diese Religion aufrecht erhalten werden und aus diesem Grund, sie am besten dazu geeignet sind zu führen. In einen anderen Hadith sagt er: „Diese Führung wird bei den Kurayshis bleiben, sogar wenn auch nur zwei Männer von ihnen vorhanden sind die dazu fähig und berechtigt sind.“ (Bukhāri und Muslim). Zusammengefasst sagen all diese Berichte uns folgendes: Wenn die Kurayshis ihren Befugnis verlieren, so werden sie auch die Führung verlieren und sogar jene die keine Araber sind, können demnach diese Führung übernehmen. Wenn in der islamischen Shari'āh, die Khilafā ein Recht nur für die Kurayshis gewesen ist und kein anderer ausser ihnen das Recht dazu hat, dann hätte der Prophet einen anderen Ausdruck angewendet, doch war dies nie der Fall, und Allah weiss es am besten.


Entnommen aus dem Buch „Meseleler ve Cözümler“ von al-Imām Abū A'lā al-Mawdudī, übersetzt von Yasin Bala.

 


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