DIE MENSCHEN GEWINNEN

„Und uns obliegt nur die deutliche Übermittelung (der Botschaft).“ (Der edle Koran 36:17) Furkan bin Abdullah

02-08-2017

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Allbarmherzigen!
 
Die Verkünder, welche im Auftrag des Islams arbeiten müssen alles versuchen um die Menschen zu gewinnen. Sie sollten sich bewusst sein, dass jede Person welche sie auf diesen Weg gewinnen, für sie eine Stufe zum Paradies bedeutet. Aufgrund dessen sollte man seine ganze Energie dafür verwenden. Jedoch sollte man niemals vergessen, dass die Hauptaufgabe darin besteht, die Wahrheit zu verkünden, ohne sie zu verheimlichen oder sie zu verdrehen. Den im edlen Koran sagen die Gesandten:
„Und uns obliegt nur die deutliche Übermittelung (der Botschaft).“
(Der edle Koran 36:17)

Hierbei gibt es viele Wege und Methoden die Menschen zu erreichen und sie zu gewinnen. Ich möchte hier auf die wichtigsten aufmerksam machen.
 
1-IHRE HERZEN GEWINNEN:
Bevor ein Verkünder anfängt den Tauhid zu erklären, sollte er versuchen die Herzen der Menschen zu gewinnen. Er sollte ein offenes Herz für jeden besitzen und darauf achten, dass er immer ein gutes und ehrliches benehmen zeigt. Dies ist eines der wichtigsten Themen welches leider von vielen in der islamischen Bewegung missachtet wird. Man sollte immer im Bewusstsein haben, dass der Gesandte Allahs Mohammed sallallahu aleyhi wes-sellem 40 Jahre lang kein Prophet und 23 Jahre ein Prophet war. Dies bedeutet, über die Hälfte seines Lebens. Dort wurde er schon von den Götzenanbetern in Mekka als „Ehrlich“ und „Vertrauenswürdig“ betitelt. Allah sagt im edlen Koran:
„Und du bist wahrlich von großartigem Charakter“ (Der edle Koran 68:4)

„Zu euch ist nunmehr ein Gesandter aus euren eigenen Reihen gekommen. Bedrückend ist es für ihn, wenn ihr in Bedrängnis seid, (er ist) eifrig um euch bestrebt, zu den Gläubigen gnadenvoll und barmherzig.“ (Der edle Koran 9:128)
 
2-GUTHERZIG UND GEBEND SEIN:
Eines der wichtigsten Eigenschaften eines Verkünders ist es, dass er den Menschen, ohne Gegenleistung zu erwarten, Gutes tut. Dies wird der späteren Verkündung den Weg erleichtern, da dadurch die Mauern zwischen den Verkünder und seinem Ansprechpartner gebrochen werden. Sollten sie danach sogar die Verkündung des Islams nicht akzeptieren, so werden diese Menschen immer wieder ein positives Erlebnis dadurch in ihren Köpfen haben, welches vielleicht irgendwann in Zukunft fruchten wird.
 
3-DEN MENSCHEN EINEIN WERT GEBEN:
Der Mensch neigt immer zu den Menschen, welche ihn auch einen Wert geben. Wenn jemand von jemand anderem Wert geschätzt wird, wird dies unausweichlich einen positiven Effekt bei jener Person erzeugen. Dadurch wird diese Person, der Person die sie wertschätzt immer wieder mit Respekt behandeln und ihr zuhören.

Unser Prophet Mohammed sallalahu aleyi wes-sellem praktizierte dies immer wieder in seinem Leben. Er behandelte alle Menschen mit Respekt und ehrte sie alle, je nach ihren Positionen. Sollte eine Person in ihrem Volk eine respektierte Person sein, so behandelte er sie auch mit Respekt und gab ihr diesen Wert. Einige Namen sind z.B.: Sumame, Abu Sufyan und Akra bin Haris.
Eines Tages kam ein Bettler zu Aischa Radiyallahu anha. Sie gab ihm ein Stück Brot. Später kam ein anderer mit ordentlicher Kleidung. Sie bat ihn zum Tisch und gab ihm Essen. Als sie gefragt wurde, warum sie so unterschiedlich gehandelt habe, sagte sie:
Rasulullah sallallahu aleyhi wes-sellem sagte: „Behandelt die Menschen je nach ihren Positionen, Schichten und Ämtern.“ 
(Abu Dawud, Edeb 20)

Dies ist eine sehr wichtige Angelegenheit. Es ist auch keine Heuchelei, oder ein Verhalten mit zwei Gesichtern. Es ist nur eine Methode die zu empfehlen ist. Daher sollte man immer auf das Ganze schauen, bevor man ein Urteil über eine Sache gibt. Dies ist natürlich nicht eine Angelegenheit die nicht für jeden gilt. Menschen welche hartherzig und dauerhaft stur sind, sind davon ausgeschlossen. Ein Verkünder muss die Menschen sehr gut analysieren können. Er muss eine Art Psychologe sein und wissen, welches die beste Art und Weise ist mit jener Person umzugehen.
 
4-DIE PROBLEME DER MENSCHEN ZU SEINEN EIGENEN MACHEN
Sich mit den Problemen der Menschen zu beschäftigen ist die Sunna des Propheten sallallahu aleyhi wes-sellem. Zu seiner Zeit gab es eine Frau Namens Berire, sie war mit einem Sklaven Namens Mugis verheiratet. Er war sehr verliebt in sie gewesen, sie jedoch mochte ihn nicht. Es kam eines Tages zur Scheidung und sie trennten sich. Ibn Abbas (Rh.a) sagte: „Ich werde nie vergessen wie Mugis herumlief und so weinte, dass dadurch sein Bart nass wurde.“

Als der Prophet sallallahu aleyhi wes-sellem dies sah, versuchte er mit Mugis seine Sorge zu teilen. Zu Abbas sagte er: „Oh Abbas! Wundert es dich nicht, über die Liebe von Mugis an Berire und den Hass von ihr gegenüber ihn?“. Danach ging der Prophet aleyhisselam zu Berire. Er fragte sie:

„Wäre es nicht schön wenn du wieder zu ihm zurückkehrst?“. Sie sagte:
„Ist es dein Befehl, dass ich zurückkehren soll?“.  Er sagte:
„Nein, ich möchte nur dass ihr zusammenfindet.“ Sie sagte daraufhin:
„Ich habe ihn nicht nötig.“ (Buhari, Talak 16)

Wir sehen anhand dessen, dass der Gesandte Allahs aleyhisselam seine Gefährten nicht bei Seite gelassen hat und sich um ihre Probleme immer wieder kümmerte. Wenn wir uns die Hadis Bücher anschauen, werden wir viele solcher Geschichten über ihn finden. Ein Verkünder der die Menschen gewinnen möchte, sollte sehr stark an dieser Sunna festhalten.
 
5-DEN MENSCHEN MITGEFÜHL ZEIGEN:
Ein anderer Aspekt die Menschen zu gewinnen ist Mitgefühl und Zärtlichkeit gegenüber ihnen zu zeigen. Sie müssen es merken, dass man sie wirklich retten möchte. Unser Ziel sollte niemals dabei sein, nach einem Gespräch mit der Person ein Urteil über sie zu fällen und sie damit brandmarken.

Die Verkünder sollten niemals etwas aus dem Auge lassen. Und zwar, wenn wir mit einer Person die Verkündung vollziehen, bedeutet es sowieso schon von vorherein das die Akida dieser Person nicht richtig ist. Weil dies von Anfang an klar steht, darf niemals irgendein Urteil der Ansprechperson vor das Gesicht geworfen werfen. Sollten wir von vornherein ihr Urteil, ohne eine Verkündung geben, haben wir somit selbst den Weg zu ihr blockiert und ein Hindernis errichtet.  
Wenn wir uns den edlen Koran anschauen, erkennen wir sofort diese Art der Herangehensweise. Allah berichtet über den Gesandten Allahs Mohammed sallallahu aleyhi wes-sellem wie folgt:

„Zu euch ist nunmehr ein Gesandter aus euren eigenen Reihen gekommen. Bedrückend ist es für ihn, wenn ihr in Bedrängnis seid, (er ist) eifrig um euch bestrebt, zu den Gläubigen gnadenvoll und barmherzig.“ (Der edle Koran 9:128)
„Durch Erbarmen von Allah bist du mild zu ihnen gewesen; wärst du aber schroff und hartherzig, so würden sie wahrlich rings um dich auseinandergelaufen. So verzeihe ihnen, bitte für sie um Vergebung und ziehe sie in den Angelegenheiten zu Rate…“ 
(Der edle Koran 3:159)

Diese Verse sollten für uns richtungsweisend sein. Wir müssen darauf achten, dass wir uns niemals gegenüber den Menschen hart und unbarmherzig verhalten dürfen. Ansonsten wird der Vers eintreffen und die Menschen werden sich um uns entfernen. Ich möchte hier jedoch darauf hinweisen, dass dieses Thema nicht zu der Kategorie „El Wela wel Bera“ gehört, welches nur gegenüber bestimmten Personen gegenüber praktiziert wird und ein Bestandteil der Akida ist.
 
6-NIEMALS AUF DAS EIGENTUM ODER PROFIT DER MENSCHEN ABSEHEN:
Unsere Ansprechperson, welche wir den Islam und den Tauhid verkünden, darf niemals den Anschein bekommen, dass wir es auf sein Geld, Eigentum oder irgendein Profit abgesehen hätten. Wenn man so ein Anschein erregt haben soll, wird die Verkündung der Wahrheit dieser Person wenig bringen, weil sie denkt, dass man dabei weltliche Absichten hätte. Ich möchte hier die Aussagen einiger Propheten im edlen Koran diesbezüglich zitieren:

„Doch wenn ihr euch abkehrt, so habe ich von euch keinen Lohn verlangt. Mein Lohn obliegt nur Allah. Und mir ist befohlen worden, einer der (Allah) Ergebenen zu sein.“ (Der edle Koran 10:72)

„Und, o mein Volk, ich verlange von euch keinen Besitz dafür. Mein Lohn obliegt nur Allah. Und ich werde nicht diejenigen, die glauben, abweisen; sie werden ihrem Herrn begegnen. Aber ich sehe, ihr seid Leute, die töricht sind.“
(Der edle Koran 11:29)

„O mein Volk, ich verlange von euch keinen Lohn dafür. Mein Lohn obliegt nur demjenigen, Der mich erschaffen hat. Begreift ihr denn nicht?“. 
(Der edle Koran 11:51)

„Und es kam vom äußersten Ende der Stadt ein Mann gelaufen. Er sagte: „O mein Volk, folgt den Gesandten. Folgt denjenigen, die von euch keinen Lohn verlangen und (selbst) rechtgeleitet sind.“ (Der edle Koran 36:20-21)


Zu diesem Thema gibt es im edlen Koran noch viel mehr Verse. Den Lohn der Verkündung soll und muss man nur von Allah verlangen. Das ist der Weg der Propheten und Gesandten und somit auch zweifelsfrei unser Weg, der Weg im Auftrag des Islam.
Eines Tages kam ein Mann zum Propheten Mohammed sallallahu aleyhi wes-sellem und fragte ihn: „Oh Gesandter Allahs! Sage mir etwas, so wenn ich es mache, dass mich sowohl Allah und sowohl die Menschen lieben?“. Er antwortete:
„Wende dich von der Welt und all was in ihr ist ab, so wird dich Allah lieben. Und wende dich von all dem ab was die Menschen besitzen, so werden dich die Menschen lieben.“ (Ibn Mace, Zuhd 1)

Ich habe hier versucht die wichtigsten Punkte in der Verkündung aufzuzählen um die Menschen in der Verkündung des Islams zu gewinnen. Wenn man diese Sachen nicht einhalten sollte, werden sie sich zuerst von euch und dann vom Islam abwenden. Und diese Verantwortung gegenüber Allah recht zu fertigen ist sicherlich eine gewaltige Sache. Daher sollten wir niemals außer Betracht lassen, dass die Verkündung bei den Menschen, an den Verkünder gemessen wird.

Möge Allah uns und euch im Auftrag des Islam nach dem Verständnis des Propheten handeln lassen.

Euer Bruder im Islam Furkan bin Abdullah


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